Historie

Geschichte des Feuerwehrwesens im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist in der Chronik dargestellt, die 2017 aus Anlass des 125jährigen Bestehens des Kreisfeuerwehrverbandes Rendsburg-Eckernförde erschienen ist. Auf dem Gebiet des heutigen Kreises Rendsburg-Eckernförde entstanden 1867 die Kreise Eckernförde, Kiel (ab 1883: Landkreis Kiel, ab 1907: Kreis Bordesholm1) und Rendsburg.

  • Der Kreis Eckernförde entstand aus der Stadt Eckernförde, dem Amt Hütten und den Schwansener und Dänischwohlder adeligen Güterdistrikten.
  • Der Kreis Kiel entstand aus der Stadt Kiel, den Ämtern Bordesholm (ohne Sachsenbande), Cronshagen, Kiel und Neumünster, der klösterlich Itzehoer Vogtei Meimerstorf und meh-reren adeligen Gütern des Kieler Güterdistrikts.
  • Der Kreis Rendsburg entstand aus der Stadt Rendsburg, Teilen des Amtes Rendsburg. dem Kanzleigut Hanerau, den zum Kloster Itzehoe und dem Gut Drage gehörenden Ge-bieten sowie mehreren adeligen Gütern des Kieler Güterdistrikts.

Seitdem änderten sich die Kreisgrenzen:

  • 1878 wechselte die Hohner Harde vom Kreis Eckernförde in den Kreis Rendsburg.
  • 1883 wurde Kiel Stadtkreis, 1901 Neumünster. Bis 1970 wurden mehrere Gemeinden der Kreise Bordesholm und Eckernförde in diese Städte eingemeindet.
  • 1932 wurde der Kreis Bordesholm aufgelöst und die Gemeinden in die Kreise Plön, Rendsburg und Segeberg eingegliedert2. Rechtsnachfolger war der Kreis Rendsburg.
  • 1970 wurde aus den Kreisen Eckernförde und Rendsburg sowie den Ämter Brügge und Flintbek aus dem Kreis Plön, die bis 1932 dem Kreis Bordesholm angehörten, der neue Kreis Rendsburg-Eckernförde gebildet3. Gleichzeitig wurden die Ämter Schenefeld und Wacken in den Kreis Steinburg, die Gemeinde Einfeld in die Stadt Neumünster, die Ge-meinde Kopperby in den Kreis Schleswig und die Gemeinde Russee in die Stadt Kiel eingegliedert.

Die Geschichte des Feuerwehrwesens beginnt mit Nachrichten über erste Brände im 12. und 13. Jahrhundert. Die weitere Entwicklung ist ausführlich in der Chronik dargestellt, auch in den Gebieten, die heute nicht mehr zum Kreis gehören. Eine Schnellübersicht findet sich in der

Eine erste Organisation für die Hilfe bei der Bekämpfung von Bränden und beim Wiederaufbau waren Brandgilden. Die erste derartige Gilde war die 1514 gegründete Brand- und To-tengilde (Sünte-Lorens-Gilde) zu Eiderstede, heute ein Ortsteil von Bordesholm. Später gründeten sich in fast allen Ortschaften Gilden, die sowohl Gebäude als auch Mobilien versicherten.

Zwischen 1740 und 1776 wurde das Feuerlöschwesen durch Brandverordnungen geregelt. In den Städten und Ämtern entstanden Brandkassen, die für die Feuerversicherung der Gebäu-de, die Brandverhütung und die Brandbekämpfung in ihrem Gebiet oder für mehrere Ämter zuständig waren. Parallel wurden die Brandgilden aufgelöst oder auf die Mobilienversicherung beschränkt. Die örtlichen Brandkassen der Herzogtümer wurden zur Städte- bzw. zur Ämterbrandkasse zusammengeschlossen; weiter gab es eine Brandkasse für die Kirchen. Sie wurden gemeinsam vom Brandversicherungscomptoir in Kopenhagen ver-waltet. Die Ämterbrandkasse veröffentlichte bis zu ihrer Auflösung 1874 jährliche Berichte über Brände und Brandschäden, die z. T. im Landesarchiv archiviert sind. Über Brände in den Jahren 1777 bis 1866 im Bereich der Brandkassen und der angrenzenden Güterdistrikte informieren folgende Zeittafeln:

1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz. Ortspolizeibehörden waren bis 1889 die Hardes- und Kirchspielsvogteien; 1889 wurden die Amtsvorsteher Ortspolizeibehörden. Har-des- und Kirchspielsvogteien erstellten regelmäßig Lageberichte, u.a. über Brände. Diese sind in den folgenden Zeittafeln aufgeführt.

Zur Brandbekämpfung waren ursprünglich alle Bürger verpflichtet, später in Pflicht- oder Zwangsfeuerwehren organisiert. Nach 1860 bildeten sich auch im Gebiet der drei Kreise freiwillige Feuerwehren.

1853 schlossen sich freiwillige Feuerwehren zum Deutschen Feuerwehrverband und 1862 zum Niedersächsischen Feuerwehrband zusammen. 1874 gründeten 14 schleswig-holsteinische Feuerwehren den Provinzial-Feuerwehrverband, der 1892 die Gründung von Kreis-Feuerwehr-Bezirken beschloss. Freiwillige Feuerwehren gründeten am 9. Oktober 1892 den Kreis-Feuerwehr-Bezirk Eckernförde und am 27. November 1892 die Kreis-Feuerwehr-Bezirke Kiel und Rendsburg.


Höhepunkte im Leben der Feuerwehren und ihrer Verbände waren und sind Kreisfeuerwehrtage. Sie dienen sowohl der Information und dem Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Feuerwehrleute als auch der Öffentlichkeitsarbeit.

In den vorstehenden Übersichten sind alle bekannten Daten erfasst. Zur Ergänzung wird gebeten, fehlende Daten mit Angaben zur Fundstelle der Geschäftsstelle mitzuteilen.

Zeittafeln zum Feuerwehrwesen in Schleswig-Holstein, insbesondere zu Rechts- und Verwal-tungsvorschriften, finden sich unter
www.feuerwehrmuseum-sh.de/Feuerwehrgeschichte ONLINE.

1 Bekanntmachung vom 27.5.1907, Ministerialblatt S. 168
2 
§ 10 Abs. 1 Zweite Sparverordnung vom 23.12.1931, Gesetzsammlung S. 293, §§ 43 – 49 der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1.8.1932, Gesetzsammlung S. 255
3 
Zweites Gesetz einer Neuordnung von Gemeinde- und Kreisgrenzen sowie Gerichtsbezirken vom 23.12.1969, GVOBl. Schl.-H. S. 280